Eier im Test - Herkunftskennzeichnung korrekt? (Info)

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   von Bernd Ax



Zubereitung:
Seit Januar 2004 ist EU-weit eine neue Kennzeichnungsregelung für Eier
in Kraft. Jedes Ei muss mit einem so genannten Erzeugercode gestempelt
sein, der Auskunft darüber gibt, aus welcher Haltungsform, welchem
Land und welchem Legebetrieb es stammt.
ServiceZeit KostProbe hat diese Herkunftskennzeichnung mit einem neuen
Verfahren überprüfen lassen.

Zur Osterzeit müssten die Hühner eigentlich Sonderschichten einlegen,
denn der Bedarf an Eiern ist in Deutschland zu dieser Zeit - im
Vergleich zum Rest des Jahres - weitaus höher. Weil aber das normale
Huhn bislang noch nicht nach Saison und Nachfrage Eier legen kann,
müsste es zwangsläufig zu Lieferengpässen kommen. Tut es aber nicht.
Ein Grund, so vermuten Experten, liegt darin, dass Eier inoffiziell und
damit illegal aus anderen Teilen Europas nach Deutschland importiert
und umdeklariert werden - trotz strenger Kontrollen.

Bei Agroisolab, einem wissenschaftlichen Institut im Technologiezentrum
in Jülich, werden seit längerer Zeit Eierproben auf ihre Herkunft hin
getestet. Es wurde herausgefunden, dass es tatsächlich eine Menge
falsch deklarierter Eier auf dem hiesigen Markt gibt. Diese stammen
häufig aus dem Osten beziehungsweise Südosten Europas - ohne dass der
Verbraucher etwas davon erfährt.
Das ist ein Verstoss gegen die seit Anfang des Jahres gültige
Eierkennzeichnungspflicht. Die Herkunft des Eies muss danach eindeutig
nachvollziehbar sein. Dafür soll ein Stempel mit Zahlen und Buchstaben
auf jedem einzelnen Ei sorgen.

Die erste Zahl steht für die Haltungsform:

0 = Ökologische Haltung 1 = Freilandhaltung 2 = Bodenhaltung 3 =
Käfighaltung Die folgenden Buchstaben stehen für das Herkunftsland:
DE = Deutschland NL = Niederlande Die siebenstellige Nummer gibt den
Legebetrieb an, dabei stehen die ersten beiden Ziffern für das
jeweilige Bundesland: 01 = Schleswig-Holstein 02 = Hansestadt Hamburg
03 = Niedersachsen 04 = Hansestadt Bremen 05 = Nordrhein-Westfalen 06 =
Hessen 07 = Rheinland-Pfalz 08 = Baden-Württemberg 09 = Bayern 10 =
Saarland 11 = Berlin 12 = Brandenburg 13 = Mecklenburg-Vorpommern 14 =
Sachsen 15 = Sachsen-Anhalt 16 = Thüringen _KAT-Siegel_ Ein
Qualitätsmerkmal und ein Mittel zur freiwilligen Selbstkontrolle der
Eierindustrie ist das KAT-Siegel des Vereins für kontrollierte
Tierhaltungsformen. Dem Verband sind etwa 95 Prozent der
Eierproduzenten angeschlossen, und diese werden regelmässig
überprüft. Bei Beanstandungen und falschen Kennzeichnungen der Eier
müssen die Betriebe mit einer hohen Vertragsstrafe oder einem
Ausschluss aus dem Verein rechnen.
Letzteres bedeutet in der Regel die Schliessung des Betriebs.

Eine freiwillige Selbstkontrolle ist wichtig, immerhin sind 25 Prozent
der in Deutschland verbrauchten Eier (etwa 5 bis 6 Milliarden Stück)
Importeier. Der riesige Markt ist unübersichtlich, und illegale
Machenschaften sind ein Leichtes.

In vielen Packungen von deutschen Eierhöfen stecken beispielsweise
Eier aus den Niederlanden. Um das zu erkennen, muss der Verbraucher
genaür hinsehen. Gerade bei den billigeren Supermarkteiern kommt es
auch vor, dass in äusserlich gleichen Verpackungen Eier aus
verschiedenen Herkunftsländern stecken. Sehr unerfreulich für den
Verbraucher ist die Tatsache, dass einige Stempel verschmiert und somit
gar nicht erst zu lesen sind. Bei den bunt gefärbten Ostereiern muss
erst gar kein Stempel drauf sein - da bleibt die Herkunft nach wie vor
fraglich.

_Modernes Prüfverfahren_ Am Forschungszentrum in Jülich wurde ein
Verfahren entwickelt, mit dem es zweifelsfrei möglich ist, die
Herkunft eines Produktes nachzuweisen. Basis ist eine umfangreiche
Datenbank mit Wasserproben aus den meisten Regionen Europas. Mit Hilfe
einer Sauerstoff-Isotopen-Analyse können gesammelte Proben mit den
Werten aus der Datenbank verglichen werden. In jedem Produkt spiegelt
sich die Isotopenstruktur der Region wieder - ähnlich einem
Fingerabdruck.

ServiceZeit KostProbe hat dieses Verfahren für einen Stichprobentest
genutzt: Sind alle Angaben auf den Eiern korrekt? Bei Discountern,
Supermarktketten und Einzelhandelsgeschäften und auch im Bioladen,
direkt beim Bauern und auf Wochenmärkten haben wir 20 Eierproben
gekauft. Der Preis pro Ei lag dabei zwischen 10 und 30 Cent.

_Erfreuliches Testergebnis_ Das Ergebnis unseres Herkunftstests in
Jülich ist für den Verbraucher überwiegend positiv. Die
Wissenschaftler fanden nur eine Probe, die falsch deklariert war: Eier
der Marke "Goldblume" von der "Rothemühl Landei GmbH" aus
Mecklenburg-Vorpommern.
Eingekauft wurden die Eier bei "real" in Köln, Weisshausstrasse.
Die beanstandete Probe ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent
nicht der angegebenen Region Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern
zuzuordnen. Der Stempelaufdruck ist deshalb als falsch zu bewerten.

Bei den zwei Bio-Eier-Proben im Test gab es keine Beanstandung. Bei der
Isotopenuntersuchung zeigten alle Bio-Eier das typische Isotopenmuster
von Proben aus der ökologischen Tierhaltung.

Die genauen Testergebnisse finden Sie hier!
http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/download/20040322/eier.phtml
Weitere Infos zur Deklaration:

http://www.was-steht-auf-dem-ei.de/

oder http://www.kat-cert.de
Auf den Seiten des Vereins für kontrollierte Tierhaltungsformen e.V.
(KAT) kann man die Stempelnummer eines Eies angeben und erfährt dann
den Legebetrieb.

http://www.cma.de/genuss_4014.php
Auf der Seite der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen
Agrarwirtschaft mbH (CMA) gibt es eine ausführliche Warenkunde rund um
deutsche Eier.

Kontaktadresse:

*agroisolab GmbH Karl-Heinz-Beckurts-Str. 13 52428 Jülich Tel. (0 24
61) 69 02-90 Fax (0 24 61) 69 02-99 Internet: http://www.agroisolab.de
E-Mail: info@agroisolab.de
_Links:_

Bunte Eier im Test
http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/inhalt/20030324/b_1.phtml
ServiceZeit KostProbe vom 24. März 2003 Küchen-Tipps rund ums Ei
http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/kp_sarchiv/2000/12/04_5.html
ServiceZeit KostProbe vom 4. Dezember 2000 Legehennen: Verbot der
Käfighaltung ab 2007 bleibt
http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/inhalt/20031201/b_5.phtml
ServiceZeit KostProbe vom 1. Dezember 2003
http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/inhalt/20040322/b_1.phtml



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