Gesundes Fett: Omega-3-Fettsäuren (Info)

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   von Wibke Ebelt



Zubereitung:
Vor mehr als 50 Jahren untersuchte ein dänisches Forscherteam die
Essgewohnheiten der Inuit in Grönland. Die Arktisbewohner werden oft
auch Eskimos (Rohfleischesser) genannt. Doch sie hören diese
Bezeichnung nicht gerne. Sie selbst nennen sich Inuit (Menschen).
Gerade ihre aussergewöhnliche Ernährung lieferte den Forschern
wertvolle Erkenntnisse. Obwohl die Inuit fast ausschliesslich rohen,
fetten Fisch, Wal- und Robbenfleisch assen, erfreuten sie sich einer
enormen Gesundheit. Das war für die Wissenschaftler ein Rätsel, nahm
man doch zu dieser Zeit an, dass nur eine sehr fettarme Kost
förderlich für die Gesundheit sei. Bei der Untersuchung der Nahrung
aus dem Meer entdeckten die Forscher dann die positive Wirkung der
Omega-3-Fettsäuren.

Omega-3 - Was bedeutet das? Betrachtet man den Aufbau der Fettsäuren
als chemische Strukturformel, sieht man eine Verkettung von
Kohlenstoffatomen. Wie bei jeder Kette gibt es einen Anfang und ein
Ende. Omega, der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets,
bezeichnet das letzte Kohlenstoffatom am Kettenende und dient zur
Orientierung. Von dort zählt man bis zum dritten Kohlenstoffatom
zurück, an dem die Kette zum ersten Mal durch eine Doppelbindung
verbunden ist. Die Anzahl und Positionen der Doppelbindungen sind
entscheidend, um zu erkennen, um welche Art Fettsäure es sich handelt.
Da die Omega-3-Fettsäuren mehrere Doppelbindungen im Molekül haben,
gehören sie zur Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Vorbeugung gegen Herzinfarkt Viele Wissenschaftler haben inzwischen
den Gesundheitsnutzen der Omega-3-Fettsäuren bestätigt. Der Körper
benötigt die Omega-3-Fettsäuren unter anderem für die
Gehirnentwicklung, die Nerven und das Sehvermögen. Besonders wichtig
ist ihr Einsatz in der Behandlung von Herzinfarktpatienten.
Omega-3-Fettsäuren verbessern die Fliesseigenschaften des Blutes,
halten die Arterien elastisch und wirken sowohl gerinnungs- als auch
entzündungshemmend. So beugen sie arteriosklerotischen
Gefässveränderungen vor. Studien belegen, dass eine fischreiche
Ernährung oder der Verzehr von Fischölen die Überlebenschancen nach
einem Herzinfarkt deutlich verbessern und das Risiko eines zweiten
Infarkts vermindern.

Welchen Sinn haben Fischölkapseln? Um die Wirkungen der
Omega-3-Fettsäuren zu belegen, wurden zahlreiche Studien
durchgeführt. Dabei bekamen die Teilnehmer das Fischöl, das reich an
Omega-3-Fettsäuren ist, meist in Form von Kapseln verabreicht.
Ergebnis: Für Patienten, die hohe Risikofaktoren für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufweisen, ist es vorteilhaft, regelmässig
Fischöle aufzunehmen. Dadurch erzielt man deutliche Verbesserungen,
das heisst ein Herabsetzen der Risikofaktoren. In diesen Fällen haben
hochdosierte Fischölpräparate Sinn.

Die Kapseln sollte allerdings niemand auf eigene Faust einnehmen,
sondern nur auf ärztlichen Rat hin. Der Einkauf in der Apotheke ist
meist teurer als der in der Drogerie, aber er bietet auch Vorteile.

Fischölkapseln aus der Apotheke enthalten einen Beipackzettel, der
über Wechselwirkungen mit Medikamenten informiert. Ausserdem ist das
Fischöl gereinigt und in hochkonzentrierter Form enthalten.
Diese Eigenschaften sind bei Kapseln aus der Drogerie nicht immer
gewährleistet.

Wer aber gesund ist und häufig Fisch isst, benötigt überhaupt keine
Fischölkapseln.

Wie sieht eine "herzfreundliche" Ernährung aus? Omega-3-Fettsäuren
sind essentiell. Das bedeutet, sie müssen mit der Nahrung aufgenommen
werden, der Körper kann sie nicht selber herstellen. Die wichtigste
Quelle sind fette Seefische, wie Hering, Makrele, Lachs, Thunfisch und
Sardine. Für eine gute Versorgung werden wöchentlich zwei bis drei
Fischmahlzeiten empfohlen. Da diese Fische einen sehr hohen Fettanteil
haben, sollten die Beilagen fettärmer sein. Gedünstetes Gemüse,
Salat und gekochte Kartoffeln sind die idealen Begleiter zum Fisch.
Heringe und Makrelen schmecken auch sehr gut als Brotbelag. Wer mag,
kann auch hin und wieder zur preisgünstigen Konserve greifen.
Vielleicht ist sie kein kulinarischer Hochgenuss, doch die wertvollen
Fettsäuren sind trotzdem enthalten.

Auch beim Anmachen von Salaten und beim Braten kommt es auf das
richtige Fett an. Raps-, Walnuss- und Leinöl liefern zusätzlich
Omega-3-Fettsäuren. Aber auch hier heisst es: Sparsam verwenden!
Geringere Mengen an Omega-3-Fettsäuren liefert auch Biomilch.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen Natürlich sind die
Omega-3-Fettsäuren kein Allheilmittel gegen Herzkrankheiten. Ohne eine
dauerhafte Ernährungsumstellung auf eine obst- und gemüsereiche Kost
mit vielen Ballaststoffen und täglich ein bisschen Bewegung bringen
sie nicht die gewünschten vorbeugenden Effekte. Wer gleich mehrere
Risikofaktoren wie beispielsweise hohe Blutfette, Bluthochdruck und
Arteriosklerose aufweist, sollte Folgendes beherzigen: * Auf die
Fettzufuhr achten: Weniger fettes Fleisch, fette Wurst, fetten Käse,
Butter, Sahne und Eier verzehren. So ernährt man sich auch
cholesterinarm.

* Bei den Pflanzenölen Raps- und Olivenöle bevorzugen. Auch Lein- und
Walnussöl sind empfehlenswert.

* Täglich frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte verzehren.
Sie sättigen gut, liefern viele gesunde Vitamine, Mineralstoffe,
sekundäre Pflanzenstoffe sowie wichtige Ballaststoffe.

* Viel trinken, am besten Mineralwasser, verdünnte Säfte sowie
Kräuter und Früchtetees.

* Weniger Kaffee und Alkohol konsumieren.

* Bei hohem Blutdruck nur sparsam salzen, statt dessen häufiger zu
frischen Kräutern und Gewürzen greifen.

Omega-3-Produkte: Was ist dran? In Supermarktregalen findet man immer
mehr "Omega-3-Produkte", die einen Zusatznutzen versprechen. So auch
Milchprodukte, Brot, Eier und Getränke, die mit Fischöl angereichert
sind. Doch lohnt es sich überhaupt viel Geld für die oft teureren
Lebensmittel auszugeben? Viele Ernährungsexperten sagen nein, denn der
Nutzen solcher angereicherter Produkte ist in keiner Weise belegt. Brot
wird durch Zugabe von Fischöl nur unnötig fettreich und der
Cholesteringehalt der Eier ist natürlich immer noch sehr hoch.

Viele moderne Inuit leben ungesund Heute ernähren sich nur noch
wenige Inuit so traditionell wie vor 50 Jahren. Viele von ihnen haben
westliche Lebensgewohnheiten übernommen. Statt Fisch und Wal essen sie
häufiger mal Burger und Steaks. Diese Veränderung auf dem Speiseplan
spiegelt sich auch in Gesundheit der Menschen wider: Ohne die grössere
Mengen an Omega-3-Fettsäuren in ihrer Ernährung steigt auch bei den
Inuit die Herzinfarktrate stetig an.

Buchtipps: * Peter Singer Was sind, wie wirken Omega-3-Fettsäuren? 44
Fragen - 44 Antworten Umschau, 2000 ISBN 3-930007-17-7 Preis: 22,50
Euro * Frank Liebke Omega-3-Fettsäuren: Gesundheit aus dem Meer
Falken, 2001 ISBN 3-635-60672-3 Preis: 7,45 Euro Weitere interessante
Links zum Thema: * Herzgesund essen & leben International Task Force
for Prevention of Coronary Heart Disease Institut für
Arterioskleroseforschung an der Universität Münster
http://www.chd-taskforce.de/herzgesund/ * Ernährung bei erhöhten
Triglyceriden Lipid-Liga e.V.
http://www.lipid-liga.de/inhalt/triglyceridratgeber.htm/ * Moderne
Lebensmittel: In Zukunft nur noch mit Zusatznutzen? Dge aktuell 07/2002
http://www.dge.de/Pages/navigation/presse/akt0702.html/ * Rapsöl für
die Küche Servicezeit Kostprobe vom 9. August 1999
http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/kpsarchiv/1999/08/092.html *
Rapsöl: Besser durch neue Produktionsmethode Servicezeit Kostprobe vom
18. November 2002
http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/inhalt/20021118/b5.phtml
http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/inhalt/20030217/b1.phtml



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