Kräuterparadies im Siegerland (Info)

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Zubereitung:
Von Claudia Wolters Zum kreativen Kochen braucht man natürlich
frische Kräuter. Und so finden sich heute frisches Basilikum, Rosmarin
und Thymian im Lebensmittelhandel vielerorts im Angebot. Doch wer neben
den üblichen Standardkräutern etwas Besonderes möchte, der muss
meist lange suchen. ServiceZeit KostProbe hat im Siegerland eine
"Kräuterey" gefunden, in der es eine bemerkenswerte Vielfalt an
heimischen und exotischen Küchenkräutern gibt - alles aus
biologischem Anbau.

Hier wachsen essbare Blueten, ausgefallene Kräuter wie Ananasminze,
Schnittknoblauch oder Riesengewürztagetes, und die passenden Rezepte
gibt's gleich mit dazu.

Die Kräuterey Lützel:
Am äussersten Rande Nordrhein-Westfalens, im beschaulichen Siegerland,
betreibt Gabriele Lauber eine eigene Gärtnerei nur für Kräuter -
eine Kräuterey. Angebaut wird rein biologisch ohne Einsatz von
chemischen Mitteln. Gabriele Lauber hat vor sechs Jahren ihre private
Leidenschaft zu einem landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb ausgebaut
und sich dem BIOLAND-Verband angeschlossen.
Der Weg durch ihr Gewächshaus und den Kräutergarten wächst sich zu
einer Kräuterweltreise aus, denn fast 400 Pflanzen von fünf
Kontinenten fühlen sich mittlerweile im 600 Meter hoch gelegenen Dorf
Lützel heimisch. Die Bandbreite reicht von alltäglichen Kräutern wie
Petersilie und Schnittlauch, über alte fast vergessene wie Bärlauch,
Andorn oder Guter Heinrich (ein winterharter Spinatersatz) bis hin zu
Exoten, wie dem traumhaft duftenden peruanischen Salbei oder
afrikanischem Zitronenkraut.

Küchen-, Heil- oder Duftkräuter:
Für Kräuterliebhaber bietet Gabriele Lauber Führungen in die
Wunderwelt der Kräuter an. Kräuter gibt es dann für alle Sinne:
Sehen, riechen, fühlen - und genug zu hören von ihr gibt es allemal.
"Ein Kraut ist für mich eine Pflanze deren Wurzel, Stängel, Blätter,
Blueten oder Samen dem Menschen in irgendeiner Weise nützlich sind,
das kann ein Küchenkraut sein, ein Heilkraut oder ein Duftkraut." Hier
ist für alles ein Kraut gewachsen - für jedes Gericht und gegen jedes
Wehwehchen. Denn viele Küchenkräuter, wie Salbei, Thymian oder
Zitronenmelisse schmecken nicht nur gut und sind überaus bekömmlich,
sondern sie sind nebenbei ganz vielseitig verwendbare Heilkräuter.
"Einige kennt man nur als schön bluehende Gartenblumen, wie die
Kapuzinerkresse, aber auch sie ist geniessbar.
Ihre Blätter schmecken natürlich kresseartig und sie wirken
antibakteriell. Und auch die Blueten sind essbar, sie schmecken schön
pfeffrig. Man sollte sie aber nur roh und frisch verwenden, da leider
alle Konservierungsversuche scheitern". In erster Linie als Beet- und
Balkonblumen kennt man die Tagetes-Familie, dazu zählen auch die kaum
bekannten Gewürz-Tagetes, deren Geruch nichts mit dem sonst üblichen,
wenig ansprechenden Tagetes-Geruch zu tun hat. Und so eignen sich
Gewürz-Tagetes gut für die Kräuterküche, beispielsweise die
Mexikanische Riesen-Gewürz-Tagetes, die bis zu drei Meter hoch wird -
und das in einem Jahr. Bei den Gewürz-Tagetes sind neben Stängel und
Blättern auch die Blueten essbar.

Schmackhafte Blueten:
Die Blueten vieler Kräuter können mit verarbeitet und verzehrt
werden, beispielsweise schmeckt die Bluete des Schnittlauchs leicht
zwiebelig. Auch die Blueten des Schnittknoblauchs oder Majorans machen
die Kräuterküche besonders dekorativ. Bei einigen Kräutern, wie
Bohnenkraut, ist die Bluete eigentlich das Beste, findet Gabriele
Lauber. Die Ringelblume ist in erster Linie als Heilmittel gegen Wunden
bekannt, dass man sie auch essen kann, ist dagegen weitgehend
unbekannt. Dabei ist sie in der Küche sogar gut für einen kleinen
Trick: Wenn man eine orangefarbene Ringelblumenbluete mit in die Suppe
gibt, dann bekommt diese eine wunderschöne gelbe Safran-Farbe. Blueten
und Blätter können zum Beispiel auch mit in Salate gegeben werden,
denn sie schmecken schön frisch und knackig.

23 Sorten Minze:
Von vielen gängigen Kräutern findet man bei Gabriele Lauber eine
unglaubliche Vielfalt unterschiedlicher Geschmacksvarianten.
Darunter auch 23 unterschiedliche Minzen: Apfel-, Ananas- oder
Grapefruitminze, aus denen sich fruchtig-erfrischende Tees zaubern
lassen, die an warmen Tagen, abgekühlt mit Eiswürfeln oder Sprudel,
köstlich schmecken. Viele Minzen eignen sich ebenfalls hervorragend
für Süssspeisen (siehe Rezept Schokoladen-Minz-Mousse) und roh
natürlich für Salate. In Gabriele Laubers "Basilika" findet man 15
Sorten Basilikum. Das Bekannteste ist das Genoveser Basilikum, dass
aber auch ein paar hochinteressante Schwestern hat: Das Griechische
Buschbasilikum oder das Heilige Basilikum zum Beispiel, dass vom
Geschmack her eher süsslich ist und diesen Namen trägt, weil es in
Thailand wild um Tempelstätten herum wächst.

Garten oder Fensterbrett? Gewächse aus sonnenverwöhnten Regionen, wie
zum Beispiel Ananas-Salbei oder Rosmarin überstehen den Nachtfrost in
Deutschland nicht und müssen unbedingt drinnen überwintern. Auch
Basilikum verträgt keine Temperaturen unter 10 Grad Celsius, darum
sollte man es in unseren Breiten nicht in den Garten pflanzen.
Gabriele Lauber empfiehlt ihren Kunden die meisten Kräuter als
Zimmerkultur zu halten. An mehrjährigen Pflanzen kann man dann viele
Jahre Freude haben. Und wegen der schönen Blueten und Blätter machen
sie sich auch gut als Zimmerpflanze auf der Fensterbank.

Kussechter Knoblauch:
Schnittknoblauch ist dagegen ein winterhartes Kraut. Ausserdem bekommt
er eine hübsche weisse Bluete (natürlich mitessen!). Tipp von der
Kräuter-Expertin: "Schnittknoblauch bildet keine Knollen, gegessen
werden Lauchblätter und Blueten. Im Gegensatz zum Schnittlauch hat
Schnittknoblauch keine runden sondern flache, kantige Stängel. Daran
können Sie ihn vom Schnittlauch äusserlich unterscheiden." Ansonsten
liegt der Unterschied im Geschmack - er schmeckt, wie der Name schon
sagt, wie eine Kombination aus Schnittlauch und Knoblauch, mit dem
Vorteil, dass er "kussecht" ist.
Siehe Rezept "Siegerländer Reibewaffeln mit Lützeler
Hexenkräutlein".

Trocknen oder Einfrieren:
Ins Reich des Aberglaubens gehört die Weisheit, dass Kräuter nur
bevor sie bluehen gegessen werden dürfen: Egal ob Waldmeister oder
Pimpinelle, die meisten Kräuter sind zu jedem Zeitpunkt ihres
Kräuterlebens geniessbar. Anders sieht es aus, wenn es um das
Aufbewahren und Konservieren geht. Da sollte man den Zeitpunkt wählen,
an dem die Pflanze das meiste Aroma hat, und der ist bei allen
Kräutern höchst unterschiedlich. So sollten Minzen und Melissen vor
der Bluete geerntet werden, Oregano und Bohnenkraut hingegen während
der Bluete. Als Konservierungsmethoden eignen sich Trocknen oder
Einfrieren. Ob man ein Kraut besser einfriert oder trocknet, kann man
nach persönlicher Vorliebe entscheiden - da hilft nur ausprobieren.

Einmaleins der Kräuter:
Gabriele Lauber empfiehlt, Basilikum und andere zarte Kräuter lieber
von Hand zu zupfen, als zu schneiden, und diese dann frisch in die
fertigen Gerichte zu geben, also auf keinen Fall mitzukochen.
Die Kräuter mit eher harten Blätter hingegen, erhitzt man am besten
mit. Wenn man zum Beispiel Salbei über ein Stück Fleisch legt und mit
erwärmt, dann geht das Aroma ins Fleisch über. Zum Aromatisieren von
Speisen und Getränken eignen sich auch Duftgeranien. Die Blätter
werden entweder erwärmt (zum Beispiel in Wasser oder Saft), zerstampft
(zum Beispiel mit Butter) oder zu einem Alkoholauszug (längeres
Einlegen in hochprozentigem Alkohol) verarbeitet. So eignen sie sich
wunderbar für Süssspeisen und Desserts. Siehe Rezept
"Geranien-Blätter-Sorbet".

Wer das Hexen-Einmaleins der Kräuter wirklich beherrschen will, kann
bei Gabriele Lauber eine Führung durch die Wunderwelt der Kräuter
mitmachen oder direkt ein ganzes Kräuterwochenende besuchen und sich
von ihr und Andreas Unkel, Koch und Gastronom aus dem Nachbarort
Netphen, in die Geheimnisse der Kräuterküche einweihen lassen.

Von Mai bis Oktober gibt es immer Samstags einen Kräuter-Eintopf in
der Kräuterey Lützel. Wem die Anreise zu weit ist, der kann sich die
Kräuter auch schicken lassen.

Kochbuch:
Gabriele Lauber & Andreas Unkel Kräutlein deck dich... Märchenhafte
Kräuter und phantasievolle Rezepte.
Das Buch umfasst 120 Seiten, auf denen 50 verschiedene Kräuter und
deren Anwendung in der Küche beschrieben sind. Es ist zum Preis von 25
Mark unter folgenden Adressen zu bestellen: * Kräuterey Lützel
Gabriele Lauber Im Stillen Winkel 5 57271 Hilchenbach-Lützel Tel. (0
27 33) 38 46 Fax (0 27 33) 1 26 79 Internet: www.kräuterey.de E-Mail:
Kräuterey@aol.com Die Kräuterey ist von April bis November geöffnet
und zwar Mittwochs bis Samstags von 14.00 bis 18.30 Uhr.

* Restaurant und Hotel Netpher Hof Lahnstrasse 92 57250 Netphen Tel. (0
27 38) 69 66-0 Fax (0 27 38) 69 66-33 Internet: www.netpher-hof.de/
E-Mail: AUnkel@t-online.de
Rezepte:
Siegerländer Apfelbäumchen Knoblauchsuppe Netpher Hof Geschnetzeltes
vom Lamm Siegerländer Reibewaffeln mit Lützeler Hexenkräutlein
Schokoladen-Minz-Mousse Weisse Pfirsiche mit Verveine-Eis
Geranien-Blätter-Sorbet
http://www.wdr.de/tv/service/kostprobe/kp_sarchiv/2001/05/07_3.html



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