Sumach, eine Kurzgeschichte
| Sumach | ||
| Nach Einem Text von: | Hansjörg Küster Vermittelt von R.Gagnaux | |
Zubereitung:
Sumach (Rhus) ist der Name einer Pflanzengattung aus der Familie der
Sumachgewächse (Anacardiaceä), in der eine ganze Reihe von Strauch-
und Baumarten aus Amerika, Asien und Afrika zusammengefasst ist. Wir
kennen diese Gewächse aus Parks und Gärten, wo ihr im Herbst feurig
rot verfärbtes Laub eine besondere Zierde ist. Es gibt eine Reihe von
Sumach-Arten, die technische Rohstoffe liefern, Wachs, Firniss, Lack
und Gerbstoffe. Manche Arten sind giftig, wenn auch vielleicht nicht
für jeden Menschen - es gibt hier individuelle Unterschiede. Eine
Sumach-Art liefert auch ein Gewürz, der Gerber-Sumach (Rhus coriaria),
ein Strauch mit behaarten Ästen und Fiederblättern, Rispen von
grünlichen, im Herbst offenstehenden Blueten und dicht bei dicht
aneinandersitzenden, haarigen roten Früchten.
Die Heimat des Strauches ist das Mittelmeergebiet und Vorderasien. Er
wächst dort in den Macchien, besonders auf kalkreichem Boden. Im Osten
der Mediterraneis scheint er ursprünglich häufiger gewesen zu sein.
Wie sein Name verrät, fand er zunächst ausschliesslich zum
Ledergerben Verwendung (belegt schon in Hellas). Damals färbte man mit
der Pflanze auch Wolle gelb und würzte mit den säuerlichen Beeren
Fleischgerichte. Im römischen Apicius-Kochbuch wird eine mit Sumach
gewürzte Fischsauce empfohlen. Grössere Bedeutung hatte (wie heute
auch noch) der Sumach im Vorderen Orient. Das zeigt sich daran, dass
sein Name aus arabischen Sprachen entlehnt ist, und an der Tatsache,
dass die Mauren im 12.Jahrhundert in Spanien den Sumachanbau stark
propagierten. Die Spanier lernten von den Arabern, das feine Saffian
und Corduanleder mit Sumach zu gerben. Mitte des 16. Jahrhunderts
gelangte Sumach mit anderen maurischen Kulturelementen nach
Mitteleuropa, als das von den Muselmanen befreite Spanien und
Mitteleurop a unter einer Krone vereint waren.
Sumachbeeren wurden damals in den Apotheken verkauft. Die aus
Griechenland schon seit Jahrtausenden bekannte Sumachwürze zu
Fleischgerichten hielt sich im Nahen und Mittleren Osten. Zur Säuerung
werden die getrockneten und gemahlenen Beeren in indisches Currypulver
gemischt.
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