Trinkschokolade, Kakao & Instantschokoladen (Info)

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Zubereitung:
_Trinkschokolade - flüssiger Genuss_ Lange Jahre war der braune Trunk
fast ausschliesslich Kindern vorbehalten, in letzter Zeit erlebt die
Trinkschokolade eine wahre Renaissance als Genussgetränk für
Erwachsene. Eine Rückbesinnung auf den Ursprung, denn in flüssiger
Form trat die Schokolade ihren Siegeszug an - lange bevor die heute
geläufige feste Tafelschokolade erfunden wurde.

_Die Ursprünge_ Xocolatl nannten die Azteken die Kakaobohne. Sie war
so wertvoll, dass sie als Zahlungsmittel benutzt wurde. Und sie war
unserer Schokolade noch nicht sehr ähnlich: Xocolatl war ein dickes,
bitteres, fettiges Getränk aus den kompletten, gemahlenen Kakaobohnen
und kaltem Wasser - ganz ohne Zucker, dafür aber kräftig aromatisiert
mit Gewürzen wie Chilipulver, Zimt, Vanille oder Anis.

_Auf dem Weg nach Europa_ 1502 kam der erste Europäer mit "Xocolatl"
in Berührung: Die Indios setzten sie Kolumbus als Begrüssungstrunk
vor. Der konnte dem bitteren, bräunlichen Getränk allerdings gar
nichts abgewinnen. Erst 17 Jahre später konnte sich ein weiterer
Spanier, der Eroberer Hernßn Cortes, für das Getränk begeistern und
brachte Kakaobohnen mit nach Hause. Die Spanier entwickelten das
traditionelle Azteken-Rezept nach ihrem Geschmack weiter, versüssten
es vor allem mit Zucker und servierten es heiss. Zuerst war der
exotische Genuss dem Königshof vorbehalten, breitete sich dann aber
rasch in allen wohlhabenden Schichten aus. Für das gemeine Volk war
die Schokolade unerschwinglich.

_Verbreitung in Europa_ Der Schokoladengenuss blieb zunächst auf
Spanien beschränkt. Erst Anfang des 17. Jahrhunderts, rund 100 Jahre
nach ihrer Ankunft in Europa, verbreitete sich die Trinkschokolade auch
in den höheren Kreisen der anderen europäischen Länder. Die
französische Königin etwa lud in dieser Zeit genussvoll zur
"Schokolade bei Ihrer Königlichen Hoheit" ein. Bei diesen Einladungen
war nicht nur der Genuss an sich Ausschlag gebend, sondern auch das
Drumherum - die Schokolade wurde nicht einfach getrunken, sondern
zelebriert.
Sie wurde von Mohren in orientalischen Gewändern serviert, es wurden
spezielle Schokoladentassen und -kannen entwickelt. In Deutschland
wurde die Schokolade zuerst nur mit verschiedenen Zusätzen als Medizin
und Stärkungsmittel in Apotheken vertrieben.
Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts kamen auch die Deutschen auf den
Geschmack und tranken Schokolade nicht mehr als Heil- sondern als
Genussmittel. Goethe soll ein wahrer Schoko-Liebhaber gewesen sein, der
stets mit seinem Schokoladengeschirr und ausreichend Kakao im Gepäck
auf Reisen ging.

_Vom Luxus- zum Allerweltsgetränk und wieder zurück_ Bis zur Zeit
der industriellen Revolution blieb die Schokolade ein Luxusgetränk
für Wohlhabende. Erst als der Holländer van Houten 1828 ein Verfahren
zur Trennung von Kakaopulver und Kakaobutter entwickelte, wurde Kakao
in Europa zum weit verbreiteten Modegetränk für Erwachsene. Im Laufe
der Zeit lief dann die praktische, "verzehrfertige" Tafelschokolade der
aufwendig zu kochenden Trinkschokolade den Rang ab. Zum
Allerweltsgetränk für Kinder wurde der Kakao seit der Erfindung des
schnell löslichen Instant-Kakaopulvers ohne Kochen. Die echte
Trinkschokolade aus edlem Kakao ist dabei wieder zum Luxusgetränk für
wahre Geniesser geworden, das mittlerweile in Chocolaterien, Cafes oder
zu Hause fast wieder so aufwendig zelebriert wird wie zu seiner
Bluetezeit.

_Die drei Wege zur Trinkschokolade_ * Instant-Pulver:
Es wird aus stark oder schwach entöltem Kakaopulver hergestellt, das
mit Zucker und Milchpulver gemischt und meist mit Aromen und, damit der
Kakao schön sämig wird, mit Emulgatoren wie Lecithin, oft auch mit
Vitaminen und Mineralstoffen angereichert wird. Der Kakaoanteil liegt
dabei nur bei 20-35 %. Unter Wasserdampf wird das Pulver so fein
verteilt, das es sich sofort in kalter oder heisser Milch auflöst.
Wahre Schokoladenfans werden sich für diese "Fast Food Variante" der
Trinkschokolade allerdings nur schwerlich begeistern können: Viel zu
viel Zucker, Milchpulver und künstliches Aroma, dafür viel zu wenig
echter, herber Kakaogeschmack. Dosierung: Pro Tasse 1-2 TL
Instant-Pulver.

* Kakaopulver:
Entsteht heute noch nach dem von dem holländischen Pioniers van Houten
entwickelten Verfahren. Die von der Kakaobutter getrennte, ausgepresste
Kakaomasse wird zu Pulver zermahlen. Je nachdem, wie viel Kakaobutter
im Pulver verbleibt, ist der Kakao stark (10 % Restfett) oder schwach
(20 % Fett) "entölt". Für Trinkschokolade am besten stark entölten
Kakao verwenden, er schmeckt intensiver.
Neben den in jedem Supermarkt erhältlichen Standardkakao erhalten Sie
in Feinkost- und Schokoladengeschäften auch "Luxus-Pulver" aus den
feinsten Kakaosorten, teilweise auch aromatisiert. Angerührt werden
muss das Pulver immer mit warmer Flüssigkeit, in kalter Flüssigkeit
löst sich der Kakao nur schlecht und klumpt.
Dosierung: Pro Tasse ca. 1,5 TL Kakaopulver.

* Heisse Schokolade:
Am gehaltvollsten wird das Getränk, wenn man feste Schokolade in
heisser Milch auflöst. Einige exquisite Schokoladenhersteller bieten
dazu extra kleine Riegel oder Taler als Tassenportionen an, teilweise
auch mit Gewürzen aromatisiert. Um den vollen, herben Kakaogeschmack
zu bekommen, Bitterschokolade mit möglichst hohem Kakaoanteil (ab 60
%) verwenden. Dosierung: Pro Tasse ca. 30 g Schokolade.

_Schokolade: Kraftfutter, Glücksbringer oder Funktional Food?_

Sowohl als auch, denn in Schokolade steckt von allem etwas.

In Schokolade ist nicht nur das Aroma konzentriert, sondern auch die
Nährstoffe: Sie enthält fast alle lebensnotwendigen Nährstoffe,
liefert viel Energie und sättigt (durch die
Kohlehydrat-Zucker-Kombination) - kompaktes Kraftfutter also. Eine
100-Gramm-Tafel Schokolade liefert ca. 500 kcal und deckt damit etwa
1/4 des täglichen Energiebedarfes einer erwachsenen Frau.
Ausserdem, je nach Sorte etwa 50 g Kohlenhydrate (der Grossteil davon
Zucker) 30 - 50g Fett, 5 - 10g Eiweiss.

Faustregel: Je höher der Kakaoanteil, desto weniger Kalorien, Fett,
Zucker und Eiweiss. Natürlich ist in einer Tasse Trinkschokolade keine
ganze Tafel Schokolade aufgelöst, kalorienreich ist sie mit ca.
200-400 kcal (je nach Zubereitung) trotzdem und daher kein Getränk,
sondern eine kleine Mahlzeit.

Schokolade enthält anregende, stimmungsaufhellende Wirkstoffe, vor
allem Theobromin (benannt nach dem botanischen Namen der Kakaopflanze
"Theobroma", Speise der Götter) und Koffein. Auch Endorphine sind drin
- die sorgen für Entspannung und Hochgefühl und wirken
schmerzhemmend. Ausserdem hebt Kakao durch den Zuckergehalt den
Serotoninspiegel im Gehirn, ein Stoff, der auch Glückshormon genannt
wird und gute Laune macht. Die Mengen der Wirkstoffe in einer Tasse
Trinkschokolade sind jedoch zu gering, um wirklich als "Glücksmedizin"
zu wirken. Aber wahre Geniesser macht alleine schon der Geschmack
glücklich...

Kakao enthält, genau wie etwa Rotwein, jede Menge Polyphenole. Das
sind Bioaktivstoffe die Herz und Blutgefässe schützen und Schokolade
zum Funktional Food machen. Je dunkler die Schokolade, desto höher der
Anteil an Schutzstoffen.

Rezepte:
Klassischer Kakao Trinkschokolade mit Vanille
http://www.swr.de/imperia/md/content/kaffeeodertee/sigkeiten/trinksc
hokolade.rtf



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