Buchweizen: Arzneipflanze

  



Zubereitung:
Diese Wahl hat der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der
Arzneipflanzen der Universität Würzburg getroffen, weil der
Buchweizen bei Gefässerkrankungen wirkungsvoll eingesetzt werden kann.
So liegt es auf der Hand, dieses Kraut einmal hier vorzustellen.

Der Buchweizen (Fagopyrum) gehört, systematisch betrachtet, zur
Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceä) und ist somit kein
Getreide. Der merkwürdige deutsche Name soll deshalb entstanden sein,
weil die Früchte dieser Pflanze mit ihrer dreieckigen Form an
Bucheckern erinnern und deren Mehl im Geschmack und aufgrund dessen
Verwendung dem Weizen ähnelt.

Unterschieden wird der Echte Buchweizen (F.esculentum) vom Tatarischen
Buchweizen (f.tataricum). Beide sind einjährige Kräuter und werden
angebaut.

Während der Echte Buchweizen 15 - 60 cm hoch wird, erreicht der
Tatarische Buchweizen 30-75 cm Höhe. Beide entwickeln eine
spindelförmige Pfahlwurzel. Der Spross ist saftig, wenig ästig, kahl
und hat eine rote bzw. grüne Färbung. Die aus den miteinander
verwachsenen Nebenblättern gebildete Ochrea ist kurz, schief, gestutzt
und unbewimpert. In wechselständiger Stellung befinden sich die
herzpfeilförmigen Laubblätter. An den unteren Stengelpartien sind sie
gestielt, die oberen fast sitzend.

Die Blueten, in lockeren Trauben angeordnet, sind bei F.
esculentum weiss oder rötlich, bei F.tataricum grünlich. Sie duften
stark und sondern reichlich Nektar ab. Deshalb werden sie von
zahlreichen Insektenarten aufgesucht. Aus dem oberständigen
Fruchtknoten entsteht die braune, glanzlose, dreiseitige und über die
gesamte Länge mit scharfen ganzrandigen bzw.
ausgeschweift gezähnten Kanten versehene Nussfrucht. Sie ist 5 -6 mm
lang und enthält einen weissen Kehlkörper, der zum Samen gehört.

Der Entwicklungsverlauf des Buchweizens ist durch eine relativ kurze
Jugendzeit und eine lange Bluehphase gekennzeichnet. So benötigt die
Pflanze nur etwa vier Wochen von der Keimung bis zum Bluehbeginn. Die
Bluetezeit im Sommer dauert aber sechs bis acht Wochen. Der Buchweizen
reift deshalb sehr ungleichmässig und spät im September. Auch
besitzen die in den Früchten eingeschlossenen Samen keine ausgeprägte
Keimruhe.

Das Genzentrum des Buchweizens liegt in den zentralen Gebirgsregionen
und im Westen Chinas. Im mittleren Osten und.
Zentralasien ist er seit ca. 4000 v.Chr. als Nutzpflanze bekannt.
Nomaden brachten ihn schon früh in Richtung Westen. So fand dann der
Anbau auch in den Steppengebieten nördlich des Schwarzen Meeres (in
der heutigen Ukraine), in Thrakien (Bulgarien) und im Einflussbereich
der Kelten statt. Es wird behauptet, dass hauptsächlich die Tataren
den Buchweizen während des Mittelalters nach Europa brachten. Anhand
zahlreicher archäologischer Funde ist aber bewiesen, dass er bereits
in der Bronzezeit dort hingelangte und angebaut wurde.

Heute wird die Anbaufläche weltweit auf 4,5 Mill. ha geschätzt, wobei
als wichtigste Länder das Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, China,
USA, Kanada, Brasilien, Australien und Japan genannt werden müssen. In
Europa ist der Anbau rückläufig.
Während es z.B. 1945 in Polen noch 133000 ha waren, war die Fläche
197O auf 83000 ha, 1994 sogar auf 28 000 ha gesunken. In Deutschland
wird er in geringem Masse noch in der Lüneburger Heide und im
Spreewald kultiviert. Das hat dem Buchweizen auch den Namen Heidekorn
eingebracht.

Der Buchweizen ist an warme, kurze Sommer angepasst. Wegen seiner
Kälteempfindlichkeit kann er nur als Sommerfrucht angebaut werden. Die
Aussaat darf erst Ende Mai bis Angang Juni erfolgen, weil für die
Keimung genügend. Wärme erforderlich ist.

Sein weiteres Gedeihen ist stark witterungsabhängig. Deshalb ist er
bei uns unsicherer im Ertrag als die übrigen angebauten Feldfrüchte.
Die Böden sollen leicht, locker, sandig, warm und eher trocken als
feucht sein. Der Buchweizen ist kalkmeidend und säurefest.
Nährstoffarmut ist für ihn nicht störend. Er wächst gut auf Moor-
und Heideböden sowie auf neu gerodeten Waldflächen.

Nach der Ernte werden die Nussfrüchte geschält. Dabei werden sie von
ihren harten Schalen befreit. Dadurch wird der grünlichbraune Kern
gewonnen. Dann werden sie zur weiteren Verarbeitung als ganzes Korn,
fein oder grob gemahlen als Mehl oder Grütze oder auch als Flocken in
den Handel gebracht.
Buchweizenprodukte, aus dem Mehlkörper des Samens hergestellt, stellen
eine wertvolle Nahrung seit altersher dar.

Das Kraut, insbesondere die Blätter, sind aufgrund des Rutingehaltes
pharmazeutisch-medizinisch beachtenswert. Dieses Phänomen ist erst in
neuerer Zeit bekannt geworden.

Der Buchweizen-Mehlkörper beinhaltet neben etwas fettem Öl bis 50 %
Stärke und mit 11,7 % mehr Eiweiss als die meisten echten
Getreidearten. Nur Hafer besitzt mehr. Die Aminosäuren-
Zusammensetzung ist vergleichbar mit der der anderen Getreidearten.

Nur der Glutaminsäuregehalt ist um die Hälfte geringer.
Interessant ist das Fehlen von Gluten, weshalb Buchweizenmehl nicht
direkt zum Backen geeignet ist. Der Gehalt an Vitaminen ist
beachtenswert. Das betrifft vor allem die Vitamine der B- Gruppe (B1
0,26 mg, B2 0,15 mg, Niacin 3,9 mg / 100 g). Von Mineralstoffen sind
Kalium (3,24mg), Calcium (21 mg), Eisen (3,2 mg), Kupfer (1,06 mg),
Zink, Bor, Jod, Nickel und Kobalt vertreten, aber auch Silicium und
Phosphor. Ausserdem werden organische Säuren (Zitronen- und
Apfelsäure) angetroffen.

Buchweizen kann vielseitig in der Küche genutzt werden (Breie, Suppen,
Aufläufe, Backwaren). Bekannt ist auch das russische Nationalgericht
Blini. Alle Gerichte mit Buchweizen haben einen kräftigen,
eigenwilligen Geschmack, an den man sich gewöhnen muss.
Positiv zu werten ist das schnelle Garen des Buchweizens und das Fehlen
des Glutens, das alle, die mit einer angeborenen Unverträglichkeit
gegen andere Getreidearten belastet sind, begrüssen dürften.

Das bluehende Kraut enthält 1 - höchstens 8 % des Flavonglykosids
Rutin (früher Vitamin P). Diese beachtliche Schwankung ist von der
Pflanzenentwicklung und von den Standortsverhältnissen abhängig. Am
höchsten ist der Gehalt in der Bluehphase.

In der Volksmedizin wird aus dem Kraut ein Tee hergestellt, der durch 2
- 3 minütiges Kochen gewonnen wird. Als Tagesmenge werden 2 - 3 Tassen
voll empfohlen bei Blutgefässschwäche. Nach Phillips/Foy (1900) soll
ein Aufguss der Blätter bei Wundrose helfen und als Umschlag,
vermischt mit Buttermilch, zur Behandlung der Brust bei stillenden
Müttern dienen. Ody (1904) empfiehlt Buchweizen bei Netzhautblutungen.

Die Pharmaindustrie nutzt das Rutin als Rohstoff für die Produktion
von Medikamenten.

Als Indikationen sind vor allem Gefässerkrankungen (Arteriosklerose,
Hämorrhoiden, Venenschwäche) zu nennen, weil Rutin die Permeabilität
der Kapillaren herabzusetzen vermag.

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