Spanische Küche

Geschichte

Die Küche Spaniens ist so vielfältig wie das Land selbst. Durch den Einfluss vieler Kulturen kann nicht von der einen spanischen Küche gesprochen werden, sondern eher von der regionalen Küche Spaniens. Es gibt dabei acht Regionen, die zur Unterscheidung herangezogen werden. Alle Regionen gleichen sich dennoch hinsichtlich des Speiseplans, auf dem viel Fisch und Meeresfrüchte, aber auch Fleisch stehen. Gemüse wird meist als Beilage gereicht. Hier haben Kartoffeln und Hülsenfrüchte den Vorrang. Letzteres wird auch gern zu diversen Eintöpfen verarbeitet. Gewürze und Kräuter werden meistens sparsam eingesetzt, während Knoblauch in fast jedem Gericht zu finden ist. Salate werden in der Regel erst am Tisch mit Essig, Öl, Salz und Pfeffer angemacht, so wie es jeder mag.

Nationalgericht

Das spanische Nationalgericht schlechthin ist ohne Frage die Paella, die so mancher Spanientourist erstmals während seines Urlaubs dort genießt. Und tatsächlich schmeckt sie in dem Urlaubsland am besten, was aber nicht bedeutet, dass nicht auch beim Spanier nebenan oder gar in der heimischen Küche ein wenig Urlaubsflair hervorgerufen werden kann. Hauptbestandteil der Paella ist Reis. Hinzu kommen Fleisch vom Hähnchen und Kaninchen, manchmal auch vom Schwein und natürlich Meeresfrüchte wie Miesmuscheln, Tintenfisch und Garnelen. Im Sommer, wenn die Sonne besonders heiß vom Himmel brennt, bleibt die spanische Küche im wahrsten Sinne des Wortes kalt. Gazpacho, ein spanischer Gemüseeintopf, wird eiskalt aus dem Kühlschrank serviert und gibt auf erfrischende Weise Kraft.

Gewürze

Mit Gewürzen und Kräutern wird in der spanischen Küche eher sparsam umgegangen. Das gilt jedoch nicht für alle Gerichte. Die kanarische Küche beispielsweise serviert sogenannte Runzelkartoffeln als Beilage zu Fleischgerichten. Hierfür werden kleine Pellkartoffeln in stark gesalzenem Wasser so lange gekocht, bis das Wasser verdampft ist und die inzwischen runzelig gewordenen Kartoffeln mit einer Salzschicht überzogen sind. Ansonsten wird in Spanien gern erst am Tisch gewürzt. Selbst Salate werden ohne Dressing serviert, so dass ihn sich jeder am Tisch nach Geschmack anmachen kann. Dafür stehen dort Essig, Öl, Salz, Pfeffer und andere Gewürze bereit. Sehr beliebt in Spanien sind zudem die so genannten Mojos, verschiedene Würztunken, die sehr gut mit Fleisch oder Fisch harmonieren. Wie bei vielen mediterranen Küchen wird auch in Spanien zum Kochen ausschließlich Olivenöl verwendet. Es sorgt für den typischen Geschmack und ist obendrein sehr gesund. Da mit Gewürzen eher gegeizt wird, müssen die Spanier mit anderen Mitteln für Geschmack und Schärfe sorgen. Das gelingt durch die reichliche Verwendung von Knoblauch, der eigentlich an keinem Gericht fehlen darf. Auch Chilis sind gern gesehene Zutaten im spanischen Kochtopf.

Zubereitung

Die typische Paella enthält sowohl Fleisch als auch Fisch. Natürlich können bestimmte Sorten Fleisch oder Fisch durch andere ersetzt oder ganz weggelassen werden, wenn jemand diese nicht mag. Ganz wichtig bei der Paella ist, dass der Reis nicht zu weich gekocht wird, er sollte noch einen gewissen Biss aufweisen. Risottoreis ist deshalb eher ungeeignet. Das nachfolgende Rezept hat als Zutaten sowohl Fleisch als auch Fisch, hier darf der Hobbykoch jedoch nach eigenem Geschmack variieren. Gleiches gilt natürlich auch für die Gemüsesorten. Die Zutaten sind für vier Personen berechnet.

Paella marinera y carne

4 Tassen körniger Reis
200 g Fleisch (hier kann man zwischen den Sorten Huhn, Pute, Schwein und Kaninchen wählen oder alle verwenden)
4 Gambas (Scampis)
8 Miesmuscheln
12 Tintenfischstücke
200 g Fischfilet (hier sollte festes Filet verwendet werden, welches beim Kochen nicht gleich zerfällt)
200 g Gemüse (möglichst grünes und rotes wie Paprika, Bohnen und Erbsen wegen der Optik)
1 Dose geschälte Tomaten, ganz
8 große Zwiebeln
6 Zitronen
20 Knoblauchzehen
4 Brühwürfel oder entsprechende Menge gekörnte Brühe
2 – 3 Safranfäden
Kurkuma
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Das Öl wird hierbei in der Pfanne erhitzt, die gehackten Zwiebeln werden hinzugegeben. Beim Knoblauch bleibt die Wahl, ob dieser geschält wird oder mitsamt der Schale in die Pfanne gegeben wird. Die Gambas und Muscheln werden kurz mit gebraten, danach zur Seite gestellt. Fleisch, Tintenfisch und die Gemüse, für die sich entschieden wurde, werden ebenfalls kurz angebraten und wieder aus der Pfanne genommen. Nun muss nur noch der Reis angebraten werden, danach wird auch dieser beiseite gestellt. Als nächstes werden acht Tassen Wasser in die Pfanne gegeben und mit Brühe bzw. Brühwürfeln aufgekocht. Hinzu kommt etwas Olivenöl, sowie reichlich Kurkuma und Safranfäden, die die spätere Farbgebung bewirken. Nun wird der Reis hinzugegeben und ohne Rühren gekocht. Ist das gesamte Wasser verdampft, werden auch die restlichen Zutaten wieder in die Pfanne gegeben und leicht in den Reis gedrückt. Die Pfanne sollte nun abgedeckt werden, das Ganze lässt man köcheln, bis das restliche Wasser verdampft ist. Danach werden die Zitronen gewaschen und der Saft von drei Zitronen wird auf der fertigen Paella verteilt. Nun nur noch die anderen Zitronen in Halbmonde zerschneiden und schon erhält die Paella eine ansprechende Garnierung.

Getränke

Die Spanier sagen grundsätzlich zu einem Glas Rotwein nicht Nein. Ein bekannter Rotwein in Spanien, der sehr oft genossen wird, ist der Rioja. Allerdings ist der Rioja recht herb und nicht Jedermanns Geschmack als Begleitung einer Paella. Aus der Vielzahl des Angebots an spanischen Rotweinen findet aber sicher jeder seinen speziellen Wein. Für diejenigen, denen trockener Roter einfach zu herb ist, kann eine Überlieferung aus Spanien vielleicht hilfreich sein. Viele Spanier mischen an heißen Sommertagen ihren Rotwein, zum Beispiel einen Tinto de Verano mit einem Schuss Zitronenlimonade. Das macht das Ganze ein wenig süßer und steigt bei hohen Temperaturen nicht so sehr zu Kopf.


Rezepte-Guru
erstellt am: 15.05.2009


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