Hefeteig

Heute sind Backwaren in unser aller Leben von größter Bedeutung, bereits der Morgen beginnt mit frischen Brötchen und Brot. Dabei kommt insbesondere beim Brot immer wieder der Hefeteig zum Einsatz. Betrachtet man sich die Geschichte, ist diese jedoch erstaunlich.

In grauer Vorzeit baute man bereits Getreide an. Die Getreidekörner wurden einst roh gegessen, vom Backen war noch keine Spur zu sehen. Entstanden ist das Backen an sich erst durch einen Zufall, als die Getreidekörner zerstoßen und mit Wasser vermischt wurden. Sie lagen zufällig auf einem von der Sonne erhitzten Stein und das erste gebackene Brot entstand zu dieser Zeit, also vor etwa 6.000 Jahren. Bei den Ägyptern und den Griechen setzte sich das Backen von Fladenbroten bereits vor etwa 5.000 Jahren durch, doch auch hier kamen lediglich von der Sonne erhitzte Steine zum Einsatz. Dadurch war das Fladenbrot lediglich in frisch „gebackenem“ Zustand genießbar, schnell härtete es aus und konnte nicht mehr gegessen werden.





Etwa 4.300 v. Chr. nimmt man heute an, wurden die ersten Feuerstellen errichtet, so dass die Steine nicht mehr die einzigen Backöfen waren. Allerdings wurden diese Feuerstellen allesamt im Freien betrieben. In den Häusern wurden die Backöfen dann erst im Mittelalter eingebaut.

Trotzdem also das Backen bereits seit Jahrtausenden bekannt ist, kam erst deutlich später der Gedanke, dass die Konsistenz der Brote durch einen vergorenen Teig luftiger und lockerer wurde, der Sauerteig war damals entstanden. Erst im Mittelalter hingegen konnte der Hefeteig sich durchsetzen, denn erst zu dieser Zeit konnten Wissenschaftler mit Hilfe des Mikroskops die kleinen Bakterien sehen, die den Teig zersetzen. Die Hefepilze zersetzen dabei die Stärke im Teig und produzieren Kohlendioxid, wodurch der Teig aufgeht. Ein entscheidender Nachteil der Hefepilze bestand allerdings darin, dass sie sehr viel Mehl für ihre Arbeit benötigten, was dem Teig dann mitunter fehlte. Deshalb entstand später unter Zugabe von Natron und Weinstein-Kaliumbitartrat das heute bekannte Backpulver. Entdeckt wurde es vom Chemiker Justus Liebig, der 1833 das Backpulver entwickelte. Heute wird es für fast alle Kuchen verwendet, der Hefeteig konnte sich aber bei den Broten durchsetzen, da er hier für einen deutlich besseren Geschmack sorgte. Mittlerweile finden sich aber auch wieder zahlreiche Kuchen und andere süße Backwaren, die ohne die Grundlage des Hefeteiges ihren einzigartigen Geschmack gar nicht entfalten könnten.

Eine genaue Zuordnung, woher der Hefeteig stammt, ist deshalb bis heute kaum möglich. Es ist lediglich zu beobachten, dass er nach wie vor sehr gerne für viele Backwaren verwendet wird.

Rezept Hefeteig

Zutaten:

500 Gramm Mehl
250 Milliliter lauwarme Milch
70 Gramm Zucker
70 Gramm Butter
1 Prise Salz
1 Päckchen Trockenhefe oder 30 Gramm frische Hefe
2 Eier

Zubereitung:

Die Butter und die Milch werden zunächst auf etwa 30 bis 40° C erhitzt. Die Hefe wird mit Zucker, Mehl, Eiern und Salz vermengt, danach wird die Masse aus Milch und Butter zugegeben. Alles zusammen wird kräftig zu einem geschmeidigen Teig geknetet. Danach muss der Teig etwa 30 bis 45 Minuten an einem warmen Ort ruhen. Ideal ist der Backofen, der auf etwa 40° C beheizt wird. Nachdem der Teig gegangen ist, muss er nochmals kräftig durchgeknetet werden und für zehn Minuten weiter gehen. Dann kann er in beliebige Formen, wie Windbeutel, Brote oder Kuchen gebracht und gebacken werden. Die Zubereitung an sich beansprucht gerade einmal 30 Minuten, die Ruhezeit etwa eine Stunde. Dieses Hefeteig-Rezept ist allerdings nur eines unter vielen und bietet lediglich ein Grundrezept für Hefeteig an, welches mit anderen Zutaten noch stark verändert werden kann.


© Rezepte-Guru
erstellt am: 23.05.2009


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