Gansabhaüt: der Schlag um die Martinigans

   Martini
   Gans
 
REF:  Betty Bossi News Alexandra M. Rückert
   Vermittelt von R.Gagnaux



Zubereitung:
Zu Martini (11.11.) kommt an manchen Orten eine Martinsgans auf den
Tisch. Einen besonderen Brauch pflegen junge Frauen und Männer im
luzernischen Sursee: den so genannten 'Gansabhaüt'.

Viele wollen, nur wenige dürfen: Auf der Bühne auf dem Platz vor dem
Rathaus im luzernischen Sursee hängt am Nachmittag des 11. Novembers
eine leblose Gans an einem Draht. Junge Frauen und Männer, die
Schläger, hoffen auf ihr Glück. Da sich viele Interessierte anmelden,
müssen die Schläger ausgelost werden. Jeder zieht eine Nummer aus dem
Sack beim Diebenturm, die ersten 20 kommen in der Regel zum Zug. Sie
warten in der Ankenwaage des Rathauses auf ihren Auftritt.

Sonnenmaske, roter Mantel und Dragonersäbel: Zuerst wird das
obligate Glas Rotwein getrunken, danach wird die schwarze Zipfelmütze
aufgestülpt, der rote Mantel umgehängt, die Sonnenmaske aufgesetzt
und der stumpfe Dragonersäbel gepackt. Um 15.15 Uhr ertönen Pauke und
Trommel, der erste Schläger versucht sein Glück. Mit einem einzigen
Schwerthieb muss er den Kopf der Gans vom Rumpf trennen. Meist gelingt
dies frühestens dem vierten Schläger. Der Gewinner bekommt die Gans
und wird öffentlich demaskiert.

Die zukünftigen Schläger, die Kinder, vergnügen sich an diesem
Nachmittag mit Spielen wie 'Stangechläder', 'Sackgompe' und
'Chäszänne'. Abends findet ein Lichterumzug durch die autofreie
Altstadt statt. In manchem Gasthaus kommt an diesem Abend ein
Gänsegericht auf den Tisch.

Soldat Martin - Bischof wider Willen: Als 18-jähriger erkannte der
Soldat Martin die Unvereinbarkeit von Christentum und Militärdienst
und verliess die römische Armee. In der Nähe von Poitiers liess er
sich als Einsiedler nieder. Auf Drängen des Volkes wurde er 371
Bischof von Tours, obwohl die Geistlichen dagegen waren - und vor allem
gegen seinen Willen. Er versuchte, der Wahl zu entgehen, und versteckte
sich in einem Stall, doch Gänse verrieten ihn durch ihr Schnattern,
so die Legende.

Hauptzinstag und Martinsfest: Martin starb auf einer Missionsreise. Zu
seiner Beisetzung am 11. November - daher der Gedenktag - strömte eine
riesige Menschenmenge. Der volkstümliche Brauch der Martinigans, die
man vielerorts zum Martinsfest verzehrt, basiert auf dem Martinstag als
Hauptzinstag. Am Martinstag begann früher das neue Wirtschaftsjahr des
Bauern. Knechte und Mägde erhielten den Lohn und konnten den
Dienstherrn wechseln, Pachtverträge wurden geschlossen, Steuern
abgeführt. Zu Martini wurde das Vieh geschlachtet, das nicht durch den
Winter gefüttert werden konnte - dazu gehörten auch Gänse. So ergab
sich der Brauch, am Martinstag, vor dem grossen Fasten im Advent,
Gänsebraten zu essen.



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