Bäckermöhli: alles Gute kommt von oben

   Bäckermöhli
 
REF:  Betty Bossi News Alexandra M. Rückert
   Vermittelt von R.Gagnaux



Zubereitung:
In der Stadt Zug regnet es jeweils Ende Januar Brötchen, Gützli,
Orangen und Würste - zur grossen Freude der Kinder: das traditionelle
'Bäckermöhli' der Zunft und Bruderschaft der Müller, Bäcker und
Zuckerbäcker.

Die Zunft der Müller, Bäcker und Zuckerbäcker: Die Zunft und
Bruderschaft der Müller, Bäcker und Zuckerbäcker der Stadt Zug geht
auf das Jahr 1688 zurück. Damals erhielt diese Berufsgruppe endlich
die städtische Erlaubnis, sich in einer Zunft zu organisieren. Schon
im Mittelalter bildeten sich Interessengruppen von Gewerbetreibenden
und Handwerkern, um gemeinsam ihre Berufsinteressen besser zu
schützen. Die Bruderschaft widmete sich auch den religiösen Belangen
der Mitglieder. Am Namenstag der Zunftheiligen, der heiligen Agatha,
besuchte man zusammen die Kirche und gedachte der Verstorbenen.

Eine noch lebendige Tradition: Diese Tradition hat sich in Zug bis
heute erhalten. Die Zünfter versammeln sich jeweils am Mittwoch vor
dem Agathentag zum gemeinsamen Gottesdienst. Anschliessend findet die
Zunftversammlung (Hauptbot) statt.

Nach einem reichen Zunftmahl, dem so genannten 'Bäckermöhli' (=
Bäckermahl), kommt der Höhepunkt für alle Kinder, die draussen auf
den Plätzen der Altstadt warten. Ausgerüstet mit Tragtaschen,
Plastiksäcken, Rucksäcken und Fischernetzen, versuchen sie, die
Mutschli (Semmeli), Gützli, Orangen und Würste zu fangen, welche die
Zünfter aus den Fenstern der Altstadthäuser herunterwerfen.

Nur wer ruft, wird beschenkt: Doch nur dastehen und warten bringt
nichts. Die Kinder müssen laut und deutlich 'Bäckermöhli' rufen -
erst dann findet das Verteilen der Gaben statt. Früher kamen die guten
Sachen ausschliesslich von oben. Seit 2001 mischen sich die Zünfter
unters Volk und verteilen ihre Gaben in der Menschenmasse.

Agatha und das Brot: Bis vor ca. 30 Jahren boten die Zuger
Bäckereien am Agathentag (5. Februar) ein spezielles Brot an, das die
Kundinnen und Kunden dann in der Kirche segnen liessen. Dieses Brot
soll die Feuergefahr abwenden bzw. das Feuer vermindern, wenn man es
ins Feuer wirft.

In den Einsiedler Bäckereien werden noch heute zu Kränzchen
geflochtene Brötchen aus Zopfteig, so genannte Agathenringli,
verkauft. Diese werden wie alles am Agathentag gebackene Brot vom
Pfarrer gesegnet. In der Klosterkirche wird der Heiligen mit Gebeten
und einer Prozession gedacht und die St.-Agatha-Glocke geläutet.


Das Agathenbrot soll nicht schimmeln und sogar vor Heimweh schützen.
Deshalb legten Mütter ihren von zuhause ausziehenden Kindern jeweils
ein kleines Stück davon in den Koffer. Auch hat sich der Brauch
gehalten, ein Stück gesegnetes Brot im Estrich aufzuhängen, um das
eigene Haus vor Feuer zu schützen.

Feuer: Freund und Feind zugleich: Die Legende berichtet von der
christlichen Sizilianerin Agatha (ca. 225 bis 251 n. Chr.), die den
Heiratsantrag des heidnischen Statthalters abwies. Dieser liess sie
u.a. mit brennenden Fackeln martern. Kurz nach ihrer Bestattung
bedrohte ein Lavastrom des Ätnas die Stadt Catania. Erst als den
heranflutenden Lavamassen der Schleier Agathas entgegengetragen wurde,
kamen sie zum Stillstand. Seitdem gilt Agatha als Patronin gegen die
Feuergefahr.

Die Bäcker sind angewiesen auf ein ihnen wohlgesinntes Feuer: ein zu
schwaches verdirbt die Backwaren, ein zu starkes zerstört sie.



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