Schlemmerfilet à la Bordelaise

  300g Seelachs
  1tb Thymian
  3tb Petersilie
  1 Knoblauchzehe
  30g Semmelbröseln
  1sm Zwiebel
  1tb Olivenöl
  20g Butter
   Salz
   Pfeffer
  0.5 Zitrone
 
STERN 10.02.2005:  Erfasst 25.02.2005
   von
   Günther Schomann



Zubereitung:
Was ist Bordeaux? Eine schöne Stadt in Frankreich.

Was ist das Bordelais? Ihr gesegnetes Umland.

Was ist das "Schlemmerfilet ä la Bordelaise"? Ein Rufmord, sagen die
einen. Ein Fertiggericht, die anderen. Es besteht aus einer
zurechtgesägten Scheibe Fisch im Schokoladentafelformat, bedeckt mit
einem Brei aus Bröseln, Fetten und würzenden Wirkstoffen.

Es verkauft sich erfolgreich. Nein, mehr. Es ist ein Hit! Eigentlich
verspricht "ä la Bordelaise" ein Gericht mit einer Sauce auf der Basis
von Schalotten, manchmal auch Rindermark, vor allem aber von Wein (so
steht's im "Larousse Gastronomique").

Das "Schlemmerfilet ä la Bordelaise" aus der Tiefkühltruhe, von Iglo
und Nachahmern fabriziert, enthält weder das eine noch das andere.
Worin liegt sein Reiz? Erstens im genialen Namen, einer Kombination
aus den Wörtern Schlemmen (enthemmtes Speisen am Rande des Orgasmus),
Filet (grätenfreies, zartes Frischfleisch) und Bordelais (Kultur,
Raffinesse, grosse Weine).

Zweitens in der Zubereitung im Backofen bei 250 Grad über 35 Minuten.
Das ist so schlicht, das schafft selbst ein Student der
Betriebswirtschaft! Ofen vorheizen, Packung aufreissen, rein damit in
die Röhre und zuklappen. Dann Bier beziehungsweise Wein - plopp
öffnen, süffelnd abwarten und schliesslich grätenfrei spachteln.

Drittens liegt der Reiz im Preis von 1,99 bis 2,30 Euro und viertens
endlich im Geschmack - er ist nicht schlecht. Ziemlich salzig, ziemlich
süsslich, durchaus zart und saftig, vor allem aber nicht fischig. Das
ist wohl das Wichtigste: Das "Schlemmerfilet" schmeckt nicht nach
Fisch.

Wonach dann? Die Antwort ergibt sich, wenn wir zum Vergleich den
Verkaufsschlager frisch imitieren!
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Und das geht so:

Zwiebel und Knoblauch pellen, fein würfeln und in der Butter bei
mittlerer Hitze glasig schwitzen.

Kräuter, Brösel und Zwiebelmumpe vermengen, salzen, pfeffern.

Aus Alufolie eine Schale falten und mit Öl auspinseln. Fisch
hineinlegen, Bröselmasse darauf geben und leicht andrücken.

Das Ganze im Backofen bei 180 Grad 10-12 Minuten backen, bis die
Bröselkruste goldbraun ist und die Kräuter darin leuchten.

Bei Bedarf am Ende Grill zuschalten.

Mit Zitrone beträufeln, fertig.

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Neben dem frisch zubereiteten Gericht, für das wir 45 Minuten
brauchen, sieht das TK-Fertigteil wie ein frittiertes Stück Alien aus.
Braun,fett, unnatürlich. Ist das ein Schlemmerfilet? Eher ein
Schlimmerfilet.

Die Eigenkomposition duftet und schmeckt nach Kräutern, gerösteten
Bröseln und frischem Fisch, und zwar köstlich. Beim Schlimmerfilet
hingegen weiss man auch beim Vergleich noch nicht, wonach es schmeckt.



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